„Schrecklich und pietlos“: Künstler stellt Holocaust mit Playmobil nach – News Ausland

Ámsterdam – En Millionen deutschen Kinderzimmern wohnen die kleinen Figuren von Playmobil als Prinzessinnen, Piraten oder auch Bauarbeiter.

Doch der niederländische Künstler Ben Mechanicus (58) inszenierte die Puppen nun als grimmig guckende Auschwitz-Aufseher, KZ-Arbeiter in schwarz-weiß-gestreiften Anzügen und nackte, deportierte Juden Requimmer.


Die in den Zügen stehenden Figuren werden von KZ-Wachmännern mit Hunden erwartetFoto: Quelle: benmechanicus

In dem knapp 11 Minuten langen Film zeigt Künstler Mechanicus „den gesamten mechanischen Prozess der Ausrottung einer Rasse, so wie er war“. So erklärt der Künstler sein Werk zum Gedenken an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, am 27. Januar vor 77 Jahren. „So etwas gibt es für junge Menschen noch nicht“, sagt Mechanicus.

Historiador Prof. Michael Wolffsohn (74) zu BILD: „Das ist schrecklich und pietätlos. Hier wird das Blut der Opfer versilbert. Das gleicht Leichenschändung. Es gibt andere Möglichkeiten der Darstellung des Holocausts. Dass so etwas für Kinder und junge Leute sein soll, ist eigentlich Kommerz unter dem Deckmantel der Pädagogik.”

Wolffsohn weiter: „Und wenn das Rijksmuseum dieses ,Video’ zeigen will, gleicht das einer selbstverschuldeten Verabschiedung eines Weltmuseums von echter Kunst.”


Historiador Prof.  Michael Wolffsohn (74)

Historiador Prof. Michael Wolffsohn (74)Foto: alianza de imágenes / Eventpress

Mechanicus hat sein Werk dem Rijksmuseum en Amsterdam angeboten. Obwohl das Museum keine zeitgenössische Kunst sammelt, zeigte sich Kurator Harm Stevens dennoch beeindruckt.

Ben Mechanicus erklärt BILD: „Die Vergangenheit verblasst. Um vor allem den jüngeren Generationen zu zeigen, was damals geschah, habe ich mich von Spielzeug inspirieren lassen, um eine der unvorstellbarsten Episoden aus dieser Zeit darzustellen.


Die Figuren im Arbeitslager tragen die gestreiften Anzüge, die Aufseher-Puppe hat blond Haare und einen Knüppel in der Hand

Die Figuren im Arbeitslager tragen die gestreiften Anzüge, die Aufseher-Puppe hat blond Haare und einen Knüppel in der HandFoto: Quelle: benmechanicus

Die deutsche Firma Playmobil betont, dass es keine Kooperation oder Zusammenarbeit mit dem Künstler gibt.

„Wir begrüßen es aber, wenn durch künstlerische oder andere didaktische Arbeiten wertvolles Wissen vermittelt und nachfolgende Generationen für aktuelle Themen sensibilisiert werden”, así que ein Sprecher zu BILD.

Christoph Heubner (72, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees) bezweifelt genau diese Vermittlung von Wissen: „Man kann Auschwitz mit Lego nachbauen, man kann die Vernichtung der Menschen mit Playmobil-Figuren nachstellen: Aber wozu? Was können junge Menschen mit diesem makabren und bizarren Werk – dieser makabren und bizarren Idee – anfangen, was erklärt es ihnen, was erzählt es vom Leid und den Schmerzen der jüdischen Familien?”


Christoph Heubner (72) ist Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees

Christoph Heubner (72) ist Vizepräsident des Internationalen Auschwitz KomiteesFoto: alianza de imágenes / dpa

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Rodrigo Linan

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